Projekte für Fähigkeiten und Möglichkeiten Drucken

Teilhabe ist mehr als Konsum. Die aktive Teilhabe, für die wir uns als Gefat einsetzen, umfasst die bewusste Mitgestaltung des eigenen Umfeldes und der eigenen Rolle darin. Was tun wir für dieses hehre Ziel?

In dem Antwortbeitrag auf Erika Reglin-Hormann haben wir kurz umrissen, worum es geht: sowohl um Fähigkeiten als auch um Möglichkeiten. Wir unterstützen Menschen darin, selbstbestimmt gestaltend tätig zu werden, dabei ihre Fähigkeiten zu entdecken und bewusst weiterzuentwickeln. Auch relativ kleine Projekte – vor allem mit Jugendlichen – können in diesem Sinne sehr wirksam sein, weil sie die sozialen Kompetenzen und vor allem das Selbstbewusstsein entwickeln helfen, das für aktive Teilhabe in den verschiedensten Lebenslagen notwendig ist. Im Konkreten erfordert selbstbestimmtes Leben und Arbeiten natürlich auch Strukturen, die Dinge möglich machen. Deshalb ist ein weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit die Initiierung, Organisation und Begleitung von Prozessen, in denen die Beteiligten neue Formen der Zusammenarbeit, wechselseitigen Unterstützung und Interessenvertretung entwickeln, die in der Folge dauerhaft aktive Teilhabe ermöglichen.

Wir entwickeln zurzeit Angebote für sehr unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche. Drei verschiedene Konzepte möchten wir Ihnen an dieser Stelle kurz vorstellen.

Generationenschule

Ein Projekt zur Überwindung der Kluft zwischen Jung und Alt, zum Abbau wechselseitiger Berührungsängste, zur Entwicklung sozialer Kompetenzen Jugendlicher und zur stärkeren Verankerung von Schulen in ihrem Stadtteil bzw. ihrem Ort. Die Grundidee: Schüler_innen und Rentner_innen bringen sich gegenseitig „ihre Welt“ und ihre jeweiligen Sichtweisen auf ihren Stadtteil bzw. Wohnort näher und produzieren auf dieser Grundlage ein gemeinsames Ergebnis. Nach themen- oder ortsspezifischen Rundgängen, die zur Hälfte von den Jungen und zur Hälfte von den Alten gestaltet werden, entwickeln beide Gruppen gemeinsam eine kleine Ausstellung, in der sie die unterschiedlichen Perspektiven zusammenführen und in zwei Formaten präsentieren: auf Stellwänden in der Schule und in einer Online-Dokumentation. Die gemeinsamen Arbeitssitzungen umfassen eine praxisorientierte Computerschulung, in der die Schüler_innen den Rentner_innen für die Arbeit notwendige EDV-Grundkenntnisse vermitteln.

Lokales Innovationsmanagement mit Selbstständigen und Kleinstunternehmen

Selbstständige und Kleinstunternehmer_innen haben das Potenzial, mit lebens- und praxisnahen Innovationen wesentlich zur Verbesserung der Lebensqualität in ihren Regionen, zur ökologischen Modernisierung und zu einer lokal verankerten Wirtschaftsentwicklung beizutragen. Die Chancen, die in innovativen Formen der Zusammenarbeit auf lokaler Ebene und den damit verbundenen Synergiepotenzialen zwischen verschiedenen Partner_innen und verschiedenen Ideen liegen, bleiben jedoch zum großen Teil ungenutzt, weil sich viele Kleinbetriebe in wirtschaftlich prekären Situationen befinden und mit Überlebensroutinen ausgelastet sind. Gleiches gilt für die Chancen von sinnvollen Angeboten wie Mikrokreditfinanzierungen: Viele Mitglieder der Zielgruppe nehmen sie von sich aus nicht in Anspruch. Deshalb setzen wir in unserem Konzept für eine „von unten“ getragene nachhaltige Wirtschaftsentwicklung weniger auf die Schaffung neuer Strukturen, sondern in erster Linie auf gezielte Motivierung und auf Anstöße, bestehende Stärken lokaler Unternehmen und bestehende Strukturen nutzbar zu machen. Dazu bieten wir an, mit Selbstständigen und Kleinunternehmen ein Netzwerk zur Kooperation, Projektkonzipierung und Realisierung lebens- und praxisnaher Innovationen an tatsächlichen Bedarfen der Region zu initiieren, zu entwickeln und einzurichten. Zentrale Rolle hierfür spielt die Einrichtung eines demokratisch selbstverwalteten Fonds, der es den Kleinen ermöglichen soll, zukunftsorientierte Projekte bis hin zu ihrer Anschubfinanzierung zu realisieren.

Aktive Teilhabe als systemischer Multiplikator für Massenorganisationen

Parteien und Gewerkschaften leiden unter massivem Mitgliederschwund. Grund hierfür ist nach Untersuchungen und Befragungen der Eindruck vieler Mitglieder, ihre Organisation nehme ihre gesellschaftspolitische Funktion als gestaltende Kraft nicht mehr genügend wahr, und die Empfindung von Ohnmacht und Unmöglichkeit, durch die eigene Mitarbeit Einfluss ausüben zu können. In einem sich verändernden politischen System, in dem zugleich Ein-Punkt-Bewegungen und themenorientierte Politiknetzwerke an Zulauf und Relevanz gewinnen, müssen sich die klassischen politischen Massenorganisationen neu erfinden, zivilgesellschaftliche Organisationen als strategische Partnerinnen entdecken und dabei die notwendige funktionale Abgrenzung ihrer eigenen Rolle vornehmen. Unseres Erachtens ist aktive Teilhabe der Schlüsselfaktor für die Stärkung der Legitimation und Attraktivität von Parteien und anderen politischen Massenorganisationen. Wir haben ein Konzept für eine systematische Intensivierung der Zusammenarbeit mit neuen Zielgruppen entwickelt, bei der zugleich eigene Mitglieder aktiviert und neue Ideen für Politikgestaltung auf allen Ebenen entwickelt werden. Insbesondere die Verbindung der klassischen Willensbildungsverfahren mit innovativen Kooperationsprojekten auf lokaler Ebene ermöglicht eine neue Effektivität des Engagements an der Basis und erhöht damit die Attraktivität der Organisation für Mitglieder wie für Externe. Wir bieten an, die Einführung, Erprobung, Weiterentwicklung und institutionelle Verankerung bedarfsgerechter und entsprechend adaptierbarer Willensbildungs-, Organisations- und Arbeitsformen zu initiieren, zu moderieren und wissenschaftlich zu begleiten.

Wenn Sie mehr über unsere Projektentwicklungen und Angebote erfahren möchten, nehmen Sie gern Kontakt mit uns auf!